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Veranstaltungsreihe zu Web 2.0 im Hans-Bredow-Institut, Hamburg

Kann ich ein Recht einfordern, an den sozialen Plattformen des Web 2.0 teilzunehmen? Gibt es sowas wie eine "digitale Grundversorgung"? Diesen Fragen ist Sebastian Detering am vergangenen Donnerstag in der Uni Hamburg nachgegangen. Der Kulturwissenschaftler war auf Einladung des Hans-Bredow-Instituts gekommen, um in seinem Vortrag "Re-publicize this! Web 2.0 oder Die stille Privatisierung der digitalen Grund­versorgung" die kühne Behauptung zu vertreten, dass das Web von heute Regulierung brauche.

Der Referent entwickelt eine schlaue These: Wenn ich bei den modernen Diensten des Web 2.0 mitmische, stimme ich vorher den AGBs und EULAs der Anbieter zu. Dabei zahle ich mit meinen persönlichen Daten, mit meinen Kontakten, mit den Daten meiner Freunde und mit meinem Verhalten auf den Plattformen, deren Teilnehmer ich bin. Innerhalb dieser virtuellen Räume gelte nun aber eine Art "privates Hausrecht", mit dem es sich ähnlich verhält wie mit einer Shopping Mall: Wenn ich den Betreibern nicht passe, weil mein Content vielleicht nicht konform mit den Kriterien der Plattform ist, werde ich im schlimmsten Fall ausgeschlossen oder erfahre Sanktionen. Und was ist, wenn ich meine Inhalte gerne für mich hätte? Wie bekomme ich meine Fotos, Blogbeiträge und Videos aus den Plattformen heraus, die ich genutzt habe, bspw., weil ich sie lieber woanders hosten möchte?

In Anbetracht des cloud computing, das schwer im Kommen ist, wird es immer wichtiger, diese Frage zu thematisieren. Richard Stallmann hat diesbezüglich schon gewettert.

Folien und Vortragsaudio von Sebastian Detering sind demnächst auf der Seite vom Hans-Bredow-Institut zu finden.